Karriere mit Mehrwert – Insights von Jobverde zum nachhaltigen Stellenmarkt

Viele wollen ihn, nur wenige haben ihn: Den passenden Job im Bereich Nachhaltigkeit. Endlich was machen, das wirklich sinnvoll ist; mit Mehrwert und positivem Impact für die Welt. Auch wenn der Begriff „Nachhaltigkeit“ sich inzwischen manchmal so anfühlt, als hätten wir ihn ein paar mal zu oft gehört, weil er a) völlig inflationär gebraucht wird und b) an diversen Stellen zwecks Greenwashing zweckentfremdet wird, zeigt dies auch – und hier kommen schon wieder die guten Nachrichten – dass das Thema an sich eben eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft spielt. Viele Menschen leben heute bewusster (*Daumenhoch-Emoji*), engagieren sich in ihrer Freizeit (yes!!! weiter so!!!) und immer mehr Arbeitende suchen auch beruflich nach einer sinnvollen Tätigkeit.

Wer, was, wie, warum und wo – das haben wir unseren Partner JOBVERDE respektive Co-Gründer Romek Vogel mal gefragt, denn die Börse für nachhaltige Jobs war eine der ersten in diesem Bereich und hat die Entwicklungen daher genau beobachten können.

Man findet euch unter der Überschrift „Grüne Karriere“ bzw. „nachhaltige Jobs“ – was genau ist damit gemeint?

In erster Linie geht es um den Bereich grüne & nachhaltige Jobs. Dabei unterscheiden wir bei JOBVERDE 3 Kategorien: Die erste sind Jobs aus typisch grünen Branchen wie den Erneuerbaren Energien, der Bio-Branche oder bei grünen NGOs. Die zweite Kategorie ist eine Bündelung nachweislich nachhaltiger Arbeitgeber, die eine ganz klare Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen und auch gute Erfolge verzeichnen was die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen betrifft. Die dritte Kategorie sind Arbeitgeber, die noch am Anfang ihres Transformationsprozesses stehen und dafür auf JOBVERDE ausschließlich ihre spezialisierten grünen oder nachhaltigen Jobs ausschreiben dürfen, wie bspw. Nachhaltigkeitsmanager oder Umweltingenieure.

Weiterhin möchten wir Menschen grundsätzlich bei ihrer nachhaltigen Karriereplanung unterstützen, indem wir sie mit News, Tipps und Infos rund um grüne Karriere-Themen versorgen. Hier stellen wir beispielsweise schon für die Studienwahl grüne & nachhaltige Studiengänge vor. Allein im Bereich der Erneuerbaren Energien gibt es aktuell bereits über 300 Studiengänge was viele nicht wissen und das Angebot wächst stetig. In fast jedem Bereich gibt es mittlerweile Karrieremöglichkeiten mit nachhaltigem Ansatz. Wir werden zum Beispiel häufig gefragt, wie man sich denn im Bereich Finanzen mit einem klassischen BWL-Studium nachhaltiger betätigen kann. Allein hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich bei einer nachhaltigen Bank zu bewerben anstatt bei einer konventionellen oder nachhaltige Versicherungsprodukte mitzugestalten.

Viele wissen gar nicht, auf welchen Gebieten man sich beruflich überall nachhaltig betätigen kann. Daher stellen wir regelmäßig grüne Berufsbilder vor und erklären, welche Karrieremöglichkeiten diese bieten, wie man sich entsprechend qualifizieren kann und natürlich auch wie diese vergütet werden.

Warum seid ihr als Jobplattform auf Walby unterwegs?

Als wir auf Walby gestoßen sind, waren wir begeistert von der lokalen Ausrichtung der Nachhaltigkeitsaktionen. Vor allem der virale Community-Gedanke ist super! Jeder kann mitmachen und selbst Aktionen oder Angebote mit Impact posten, die häufig schwer zu finden sind. Selbst ich war überrascht, wie viele nachhaltige „Drops“ also Initiativen in meiner direkten Nachbarschaft zu finden sind..

Bei JOBVERDE verfolgen wir dieselbe Mission und möchten mehr Menschen zu nachhaltigerem Handeln bewegen – nur eben in der Arbeitswelt statt beim Konsum oder im privaten Bereich.

Da die Arbeitgeberwahl ebenso ein regionales Thema ist, lassen sich unsere grünen und nachhaltigen Jobs hervorragend integrieren und ergänzen den Walby-Kosmos sinnvoll.

Natürlich bietet eine solche Kooperation mit euch immer eine super Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen und am Ende mit gemeinsamer Power, so viele Menschen wie möglich für mehr nachhaltiges Handeln zu begeistern – egal ob beim Konsumverhalten, im Job oder bei privaten Umwelt-Initiativen. Ich bin gespannt, was daraus noch entsteht und freue mich, wenn bald auch in anderen Regionen die grünen & sozialen Spots sichtbar werden.

Wann – und warum wohl – ist Nachhaltigkeit für Viele auch bei der Jobsuche zum wichtigeren Aspekt geworden?

Wir stellen seit ca. 7 Jahren den Trend fest, dass vor allem immer mehr junge Menschen wie die Generationen Y und Z nicht nur mit ihrem Konsumverhalten etwas bewegen, sondern sich auch im Job sinnvoll engagieren möchten. Ich kenne es aus meinem persönlichen Umfeld wo Freunde sich irgendwann gefragt haben, warum sie eigentlich unnötige und wenig sinnvolle Produkte bewerben, wo man doch das selbe auch mit guten nachhaltigen Produkten oder Dienstleistungen tun kann. Gleichzeitig kommt der sozial nachhaltigen Komponente eine mindestens genauso wichtige Rolle zu. Auch hier haben vor allem junge Menschen keine Lust mehr, bei Arbeitgebern zu arbeiten, die beispielsweise unbezahlte Überstunden oder „Dienst nach Vorschrift“ fordern. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitenden Sinn und Gestaltungsfreiraum einräumen mit ihrem Job tatsächlich etwas Gutes zu bewegen, gewinnen den „War for Talents“ heutzutage. Das Gehalt spielt hierbei nicht mehr die entscheidende Rolle.

Getrieben wird diese Entwicklung von globalen Klimakrisen oder Initiativen wie Fridays for Future die das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit deutlich erhöhen.

Muss man sich da von Anfang an drauf spezialisieren oder kann man auch später im Berufsleben noch in nachhaltige Arbeitsfelder einsteigen bzw. umsteigen?

Das werden wir häufig auf Karriere-Messen gefragt, vor allem wenn es um Bereiche geht, die wie IT oder Finanzen den Anschein haben, wenig mit Nachhaltigkeit gemeinsam zu haben.

Selbst im konservativen Bereich Schiffbau gibt es mittlerweile spektakulär innovative Ansätze wie Containerschiffe, die von riesigen Flugdrachen gezogen werden oder wo völlig neue Antriebe entwickelt werden.

Es geht definitiv beides! Viele Arbeitgeber aus grünen Branchen sind offen für Quereinsteiger oder richten sich gezielt an Menschen die bisher in „aussterbenden Branchen“ tätig sind, da die Grundqualifikationen oftmals ähnlich sind und häufig ein Training „on the job“ ausreicht. Ansonsten hat sich mittlerweile eine umfangreiche Fort- und Weiterbildungsindustrie entwickelt, die für nahezu jeden Bereich entsprechende Kompetenzvermittlung anbietet.

Wenn man natürlich frühzeitig weiß, dass man unbedingt in einem bestimmten grünen Bereich arbeiten möchte, dann empfiehlt es sich natürlich, „ohne Umwege“ mit einem direkten Einstieg über entsprechende Praktika und eine Entscheidung für einen spezialisierten grünen Studiengang.

In welchen Altersgruppen besteht dieser Trend?

Mittlerweile zieht sich dieser Trend durch immer breitere Altersschichten. Bei der jungen Generation ist er nach wie vor mit Abstand am stärksten. Das zeigt auch die immer größere Beliebtheit, sich bei Startups mit Impact zu engagieren, die häufig nur für die erste Zeit finanziell abgesichert sind und wo hohe Einstiegsgehälter eher die Ausnahme sind. Im Startup-Bereich ist zudem beriets jetzt jede 6. Gründung „grün“ wie das Borderstep-Institut herausgefunden hat. Früher galt fast ausschließlich die Devise, möglichst die ganze Laufbahn bei einem größeren und vermeintlich sicheren Konzern zu verbringen. Mittlerweile sieht das anders aus. Häufigere Jobwechsel oder das Arbeiten von Projekt zu Projekt mit immer neuen spannenden Herausforderungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

In welchen Branchen ist der Trend besonders ausgeprägt?

Vor allem Besonders in den Bereichen der erneuerbaren Energien oder im Bereich Mobilität sehen wir einen sehr hohen Bedarf an Fachkräften. Bei vielen Zukunftsbranchen wie im Segment „Wasserstoff“ kann man sogar von Beginn an mit dabei sein und echte Pionierarbeit leisten. Ansonsten wächst auch der politische Druck auf viele Unternehmen, sich durch neue Gesetze schneller nachhaltiger auszurichten, da die bisher weitgehend freiwilligen Initiativen von Unternehmen insgesamt zu wenig Impact haben. Daher steigt allein mit der neuen Berichtspflicht und dem neuen Lieferkettengesetz der Bedarf an Fachkräften, die den Wandel zu einer nachhaltigeren Wirtschaft vorantreiben.

Wie schätzt ihr diesen Trend für die nächsten Jahre ein?

Seit Corona und der Ukraine-Krise hat sich der Trend zu Nachhaltigkeit insgesamt leider kurzfristig abgeschwächt sowohl was nachhaltigen Konsum betrifft als auch Nachhaltigkeit bei der eigenen karriere-Planung. Mittlerweile wächst das Bewusstsein wieder und ich denke der Trend wird sich weiterhin zum Positiven verstärken, da nachhaltige Produkte immer mehr den Mainstream erreichen und demensprechend Unternehmen sich darauf einstellen müssen. Je stärker die Menschen mit Ihrem Konsumverhalten, nachhaltige Produktalternativen nachfragen, desto mehr Karrieremöglichkeiten gibt es, um diesen Transformationsprozess mitzugestalten. Wenn dieser Wandel von der Politik mit gesunden und nötigen Regularien beschleunigt wird, dann ist das gut so.

Eine wunderbare Entwicklung, die Team Walby natürlich sehr feiert.

Tatsächlich ist es ja ein großes Privileg, einen Job machen zu dürfen, der dazu beiträgt, unseren Kindern diese Welt ein bisschen gerechter und gesünder zu hinterlassen, statt das Gegenteil zu bewirken.

Vielen Dank daher an unsere Partner*innen von Jobverde für die interessanten Insights zum Thema!

Wir hoffen, ihr alle findet das Richtige für euch – und wer beruflich doch was ganz anderes macht (völlig in Ordnung, by the way!) kann eben auch in der Freizeit was tun; Möglichkeiten gibt es ja genug 🙂

Eure Julia für Team Walby

 

Hier übrigens der direkte Link zur Jobverde-Karte bei Walby; ihr findet dort viele Jobs im nachhaltigen Bereich, könnt euch direkt in der eigenen Umgebung umsehen („Collection-Map“) und auch miteinander dazu austauschen („Kommentare“).

 

 

Und hier geht’s in die App, falls ihr sie noch nicht habt:


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